Luftbild vom Wöhrder See in Nürnberg
© Nürnberg Luftbild Hajo Dietz

Freizeitzone

Der Bau des Wöhrder Sees wurde Anfang der 1980er-Jahre umgesetzt und war für die damalige Zeit ein sehr fortschrittliches Konzept. Der Untere Wöhrder See beim Norikus wurde insbesondere für die Freizeitnutzung gestaltet, der obere Seeteil wurde als ökologisch beruhigter Bereich konzipiert. Seine Lage mitten in Nürnberg machte den See zu einem attraktiven Naherholungsziel. Großzügige Freiflächen rund um ihn herum brachten den Bürgern ein Stück Natur in die Stadt. In den ersten Jahren nach der Flutung 1981 gingen die Vorstellungen der Planer voll in Erfüllung. Freizeit und Wassersportler, aber auch Naturbeobachter kamen voll auf ihre Kosten. In den 1990er-Jahren zeichneten sich jedoch die ersten Probleme ab: Zunehmender Aufwuchs von Wasserpflanzen in den Sommermonaten machten den Wassersport kaum mehr möglich. Mit einem immer größer werdenden Aufwand für das Mähen der Wasserpflanzen versuchte man das Problem in den Griff zu bekommen. Die absterbende Biomasse führte zudem zu Geruchsbelästigungen. Der Wöhrder See besaß außerdem eine sehr monotone, nicht strukturierte Uferlinie und die steilen Ufer waren weitgehend nicht zugänglich.

2011 fiel der Startschuss für das Projekt „Wasserwelt Wöhrder See“ – eines der größten Wasserbauprojekte Bayerns. Hauptziel war es, den See wieder von Algen zu befreien, die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen, die Wasserqualität zu verbessern und den freien Zugang zum Wasser wiederherzustellen. Grundvoraussetzung dafür war eine Entlandung. Unmengen von Schlamm mussten entfernt werden. Der Lehrstuhl für Wasserbau der Technischen Universität München modellierte und erprobte die Wirksamkeit der Planungen des Staatlichen Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg mit einem hydromorphologischen Modell. Nach einem längeren Optimierungsprozess konnte letztlich als Modellergebnis aufgezeigt werden, dass die vorgesehene Entlandung und Umbauten die Ablagerungen im See um bis zu  70 % reduzieren können. Der Untere Wöhrder See (Freizeitzone) sollte künftig noch mehr als Erholungszone dienen. So entstand auf Höhe des Sebastianspitals ein attraktiver Steg über dem Wasser, der Boulevard. Am Norikus wurde ein Leitdamm mit Fußweg und die Norikus-Badebucht errichtet. Am gegenüberliegenden Nordufer wurde ein 250 Meter langer Sandstrand aufgeschüttet. In der Mitte des Unteren Wöhrder Sees entstand eine über 5 Fußballfelder große Unterwasserinsel, die als Strömungslenker dient.

LP UWS BausteineHier kann man den freien Zugang zum Wasser wieder erleben

1 Boulevard: Auf dem Boulevard Steg eröffnen sich neue Sicht- und Beobachtungsmöglichkeiten auf den See, direkt über dem Wasser.

2 Sandstrand: Beim Sandstrand kann man sich das Wasser um die Füße spülen lassen.

3 Norikusbucht: An der Norikusbucht lädt das Wasser zum Baden ein.

4 Bachlauf: Der offene Bachlauf lädt zum Verweilen ein, um Wasser und Natur zu erleben.