Froschteiche
Der kleine Wasserfrosch - ein lautstarker Rufer
Wie der Name schon sagt, ist der Kleine Wasserfrosch (Rana lessonae) die kleinste Wasserfroschart. Die Männchen sind ca. 5 cm groß, die Weibchen werden im Schnitt etwas größer. Der Kleine Wasserfrosch ist gefährdet und damit streng geschützt nach Bundesnaturschutzgesetz. Das mittelfränkische Becken um Nürnberg ist einer seiner Verbreitungsschwerpunkte in Bayern. Zum Erhalt und zur Förderung der ökologischen Vielfalt schaffte das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg durch das Anlegen zweier Tümpel neue Lebensräume für den Kleinen Wasserfrosch. Die neu angelegten Froschtümpel befinden sich im Osten der Wasserwelt Wöhrder See.
Neuer Lebensraum – Frösche sind einzigartig
Der Kleine Wasserfrosch ist in der Nahrungskette ein wichtiges Glied. Er frisst Insekten und kleine wirbellose Tiere und ist selbst Nahrung für Vögel, Hechte und Igel. Eine Besonderheit der Frösche ist ihre Fähigkeit, über die Haut atmen zu können. Dies ist besonders praktisch, wenn sie sich für ihr Winterquartier im Schlamm einbuddeln. Mit seinen Augen kann der Frosch gleichzeitig nach oben und unten schauen. Er ist eines der wenigen Tiere, die fast ihre gesamte Umgebung überblicken können. Bei einem Sprung klappt sich zum Schutz ein drittes, durchsichtiges Augenlid – die sogenannte Nickhaut – vor die Augen. Bewegte Objekte im Aktionsbereich ihrer Zunge (bis zu 30 cm), die „noch zu schlucken sind“, werden als Beute angesehen und lösen sofort einen Schnappreflex aus. Bei den meisten Fröschen sitzt die Zunge zusammengeklappt am vorderen Unterkiefer und wird beim Zuschnappen schnell nach vorn gestoßen. Die Beute haftet dann an der klebrigen Zunge, wird in den Mund geschoben und als Ganzes verschlungen.
Lebensraum – Frühjahrskonzert
Ab März zieht es den Kleinen Wasserfrosch zu seinem „Heimatgewässer“ zurück. Während der Paarungszeit von Mai bis Juni versammeln sich die Männchen dann zu „Rufgemeinschaften“, denen 20 bis 30 Tiere angehören. Im Gegensatz zu anderen Fröschen, die nur in der Dämmerung und nachts rufen, quakt der Kleine Wasserfrosch in der Balzzeit den ganzen Tag. So locken sie die Weibchen an und umwerben diese heftig. Hat sich ein Weibchen für ein Männchen entschieden, nimmt sie dieses Huckepack. Das Weibchen legt mehrere Ei-Pakete mit einigen hundert Eiern ab, die vom Männchen befruchtet werden. Die „Ehe“ ist nur von kurzer Dauer, nach der Fortpflanzung gehen die Froschpärchen wieder getrennte Wege.
GEFÄHRDUNG
Obwohl die Frösche unter Schutz stehen, sind sie heute gefährdet und ihre Population nimmt kontinuierlich ab. Grund dafür ist die schleichende Zerstörung ihrer Lebensräume, insbesondere der Laichgewässer. Zusätzlich verhindert die Zerschneidung der Habitate durch z. B. Straßen das Wandern zwischen Laichgewässer, Sommer- und Winterquartier. Der Kleine Wasserfrosch steht unter Naturschutz und darf damit nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.
Wir bitten Sie deshalb, den Lebensraum des Kleinen Wasserfroschs zu respektieren.
