Altwasser in PLANUNG
Bestand
Im Nördlich Teil des Oberen Wöhrder Sees blieb ein ehemaliger Pegnitzarm bestehen, der vom Zufluss des Wöhrder Sees abgeschnitten ist und von dichter Vegetation umgeben.
Aufgrund des ständigen Eintrags von Laub, Ästen und anderer Biomasse, hat sich in den letzten Jahrzehnten eine nährstoffreiche Schlammschicht am Boden gebildet. Diese entsteht in Gewässern, wenn die Produktion von organischem Material höher ist, als durch den im Wasser gelösten Sauerstoff wieder zersetzt werden kann. Überschüssiges organisches Material setzt sich am Grund ab und wird teilweise unter sauerstofffreien Bedingungen zersetzt. Typisch hierfür ist ein fauliger Geruch nach Schwefelwasserstoff (H2S), der vor allem in den Sommermonaten im Altwasser auftritt, wenn der Sauerstoffgehalt des Wassers niedrig ist. Eine weitere Folge der Eutrophierung des Gewässers ist die dichte Wasserlinsendecke, die zusätzlich eine Sauerstoffaufnahme über die Wasseroberfläche behindert. Umgangssprachlich würde man das Altwasser als „umgekippt“ bezeichnen.
Planungsideen
Um das Altwasser in einen ökologisch wertvollen Lebensraum zu verwandeln, sollten verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden, die vorrangig die Verbesserung der Wasserqualität zum Ziel haben. Mittels eines im Osten errichteten Brunnens, soll in den Sommermonaten 2024 sauerstoffreiches Frischwasser ins Altwasser eingeleitet werden und im Westen soll ein bereits bestehender Düker ertüchtigt werden, um als Abfluss zu dienen. Um dem Nährstoffüberschuss und damit der Sauerstoffarmut des Gewässers nachhaltig entgegen zu wirken ist zudem geplant, die Schlammschicht teilweise zu entnehmen und zur Modellierung neuer Uferbereiche zu verwenden. Diese mit Wasserbausteinen und Sediment geplanten Uferaufschüttungen sollen später mit Röhricht bepflanzt werden, was sich zusätzlich positiv auf die Wasserqualität auswirkt. Außerdem bieten die neuen Uferbereiche wertvollen Lebensraum für Vögel und Insekten und engen zudem den Gewässerquerschnitt ein, wodurch eine gewisse Durchströmung erreicht werden soll. Schließlich soll im Süden des Altwassers ein Feuchtgebiet mit besonnten Wasserflächen entstehen, welches Lebensraum für die heimische Flora und Fauna bietet.
Ergebnis
Ziel ist es, ein „Umkippen“ des Gewässers nachhaltig zu verhindern und einen ökologisch wertvollen Lebensraum für Tiere, Insekten und Pflanzen zu schaffen. Durch die Verbesserung der Wasserqualität soll zudem die Bildung von Schwefelwasserstoff verhindert werden.
